• David Werner

"Schöne neue Welt" von Aldous Huxley | Zusammenfassung (Brave New World)

Aktualisiert: 24. Sept. 2021

Es ist eine Welt, in der jeder glücklich ist. In der es weder Krankheiten noch negative Gefühle gibt und in der man aufhört zu altern. Das ist die Welt, die Aldous Huxley in seinem Buch „Schöne neue Welt“ (oder wie es auf Englisch erschienen ist „Brave New World“) beschreibt. Aber wie sieht diese Welt genau aus und vor allem: Wie bekommt man es hin, dass jeder glücklich ist? Mein Name ist David und genau das möchten wir uns in der heutigen Buchzusammenfassung anschauen.

 

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Zeitrechnung

Wir schreiben das Jahr 2540 nach Christus, bzw. in dem Roman ist es das Jahr 632 nach Ford. Benannt nach dem Erfinder und Autopionier Henry Ford, dessen Fließband als gottgleich verehrt wird. Die Zeitrechnung beginnt dabei im Jahr 1908. Das ist das Jahr, in dem die Produktion des Modell T von Ford gestartet ist. Grundsätzlich wird der Begriff Gott durch Ford ersetzt.


Konditionierungscenter

Das Buch beginnt in einem Londoner Konditionierungscenter. Der Direktor und einer seiner Assistenten, Henry Foster, geben einer Gruppe neuer Studenten eine Tour und zeigen ihnen dabei, wie sie es durch technischen Fortschritt schaffen, Tausende von nahezu identische menschliche Embryonen zu erzeugen. Frauen gebären ihre Kinder also nicht mehr selbst, sondern die Menschen werden in Brutkästen so gezüchtet und konditioniert, wie sie benötigt werden.


Kastensystem

Dabei gibt es verschiedene Kasten, die von Alpha bis Epsilon reichen. Und je nachdem welcher Kaste das Kind mal später angehören soll und welchen Beruf es ausüben soll, wird es anders gezüchtet und konditioniert.

Während die Alpha-Embryonen dazu bestimmt sind, einmal die Führer und Denker des Landes zu werden, soll jede nachfolgende Kaste immer weniger können als die vorherige, was sich auch im Aussehen bemerkbar macht. So sind die Epsilons beispielsweise dazu bestimmt, später niedere Arbeiten auszuführen und werden deshalb bspw. durch Sauerstoffentzug und andere Konditionierungstechniken an ihre Kaste angepasst.


Konditionierung

Die Konditionierung funktioniert dabei durch verschiedene Wege wie Dauerbeschallung oder Elektroschocks. So werden die Delta-Kinder bspw. dazu gebracht, keine Bücher oder Blumen zu mögen und wenn sie schlafen, wird ihnen durch eine Stimme die Moral des Weltstaates eingetrichtert.

Die Konditionierung trägt dazu bei, sie zu gefügigen und eifrigen Konsumenten zu machen und die Grundsätze Kollektivität, Identität und Stabilität zu verinnerlichen.

Gefühle, Wünsche und Individualität sollen dabei so weit wie möglich ausgetrieben werden. Auch Heiraten ist tabu. Denn in dieser Welt gehört jeder dem anderen.


Personenkonstellation

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Personenkonstellation "Schöne neue Welt"

Reise in das Eingeborenenreservat

Bernard Marx ist dabei einer der Hauptfiguren des Romans. Obwohl er ein Alpha ist, also zur höchsten Kaste zählt, ist sein Körper ziemlich klein geraten und viele andere Menschen empfinden ihn als komisch. Es liegt die Vermutung nahe, dass bei seiner Aufzucht etwas schief gelaufen sein muss.

Er und seine Geliebte Lenina Crowne reisen in ein Eingeborenenreservat, wo Kinder noch normal geboren werden. In dem Reservat soll Bernards Chef (also der Direktor) angeblich vor einigen Jahren eine Geliebte verloren haben.


Als sie dort ankommen, stoßen sie auf Menschen, die ungewöhnliche Rituale vollziehen, wie bspw. dass ein junger Mann vor ihren Augen ausgepeitscht wird.

Und sie treffen dort auf Linda und ihren Sohn John, der auch der "Wilde" genannt wird. Wie sich herausstellt, ist Linda die ehemalige Geliebte von Bernards Direktor und John sein leiblicher Sohn.

Linda und ihr Sohn werden vom Dorf ausgegrenzt, weil Linda bereit war, mit allen Männern des Dorfes zu schlafen – was in ihrer Heimat Gang und Gebe ist.


Linda und John reisen in die Zivilisation

Da der Direktor Bernard gedroht hatte, ihn wegen unsozialem Verhalten nach Island zu versetzen, entschließt sich Bernard dazu, Linda und John mit nach Hause zu nehmen.

Das verursacht in der „schönen neuen Welt“, in der Fortpflanzung zwischen Menschen verboten ist, natürlich großes Aufsehen – vor allem als John den Direktor als seinen Vater bezeichnet. Der Direktor, der gar nicht von seinem Sohn wusste, tritt schließlich zurück.


John wird in dem Weltstaat sehr beliebt und berühmt. Jedoch wird sein Hass gegen die Gesellschaft immer größer – vor allem auch dadurch weil John lesen kann und Zugriff zu eigentlich verbotenen Büchern wie bspw. von Shakespeare hat. Auch Bernard profitiert von Johns Ansehen und wird plötzlich beliebter.


Die Volksdroge Soma

Johns Mutter Linda hat allerdings ein Problem. Denn ihre Abhängigkeit zu Soma bringt sie ins Krankenhaus, wo sie dann auch schließlich stirbt. Soma ist eine Droge, die die Menschen nehmen, um sich besser zu fühlen.


John stellt sich gegen das System

In der Trauer um seine Mutter, rastet John im Krankenhausflur aus, stellt sich gegen das System und versucht eine Gruppe von Delta-Klonen zur Revolte zu überreden.

Bernard und Helmholtz, der Bernards einziger Freund ist, eilen John zur Hilfe, aber sie sind zu spät – die drei werden von der Polizei verhaftet und zum Weltaufsichtsrat Mustapha Mond gebracht.


Dort verfallen Mustapha Mond und John in eine Diskussion über den Wert der Politik des Weltstaates. Während John der Meinung ist, dass man durch das System entmenschlicht wird, argumentiert Mustapha, dass Stabilität und Glück wichtiger seien als Menschlichkeit. Soziale Stabilität erfordere es, auf Kunst, Religion und Wissenschaft zu verzichten.


Johns Leben im Leuchtturm

Aber ist das Leben ohne diese Dinge überhaupt lebenswert? Diese Frage stellt sich auch John, der schließlich in einen Leuchtturm zieht, um dort isoliert zu leben. Bernard und Helmholtz werden auf eine Insel verbannt.

Allerdings bleibt John in seinem Leuchtturm nicht lange allein, denn Reporter und Touristen besuchen ihn, um ihm unter anderem bei seiner Selbstgeißelung zuzuschauen. John wird von immer mehr Menschen belagert, die in Helikoptern angeflogen kommen, um ihm bei seinem Spektakel zuzuschauen.


Eines Tages entdeckt er auch Lenina in der Menschenmasse. Lenina wollte eigentlich schon mal mit John schlafen, aber John hat andere Vorstellungen von einer Liebesbeziehung. Als John Lenina sieht, packt ihn seine Wut und er versucht sie auszupeitschen und schreit dabei durchgehend: „Töte es!“ (S. 296).

Die Schaulistigen fangen schließlich an, sich gegenseitig zu verprügeln und es kommt zu einer Orgie. Schließlich schläft John unter dem Einfluss von Soma ein. Am nächsten Morgen wird ihm seine Mitschuld am System bewusst und er sieht nur noch eine Möglichkeit: sich selbst zu erhängen.

 

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Geschichtliche Einordnung des Romans

Aldous Huxley schrieb seinen Roman 1931 in der Zeit zwischen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Gerade ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in den USA aber auch in Europa tiefgreifende gesellschaftliche und technische Veränderungen.

Dampfmaschinen revolutionierten die Art zu Arbeiten und auch in den Naturwissenschaften und in der Medizin wurden Krankheitserreger und Impfstoffe für Krankheiten erforscht, die vorher als unbesiegbar galten.

Die Möglichkeiten schienen damals grenzenlos und man versprach sich auch Lösungen für unüberwindbare Probleme der Menschheit zu finden.


Während es Europa nach dem Ersten Weltkrieg nicht besonders gut ging und es sehr viele Arbeitslose gab, erlebte die USA einen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die Massenproduktion wurden Waren wie Autos plötzlich erschwinglich und es wurde ordentlich konsumiert. Es schien, als könnte das ewig so weitergehen – bis der Börsencrash von 1929 kam.


Aldous Huxleys negative Utopie ging über den Stand der damaligen Forschung hinaus. Seine Prophezeiungen sind mittlerweile aber entweder schon wahr geworden oder könnten es noch bald werden. Aber werden die Menschen mit zunehmendem technischen Fortschritt automatisch glücklicher? Und ist es besser, frei zu sein oder glücklich?


Interessant ist dabei auch, dass der Autor in seinem Buch keine Alternative präsentiert. Im Reservat sind die Menschen auch nicht wirklich glücklich und John, der beide Seiten kennt sieht für sich keine andere Möglichkeit als den Freitod.


Fazit

Meiner Meinung nach ist das Buch besonders in der heutigen Zeit sehr lesenswert. Jedoch müsst ihr aufpassen, welche Version ihr lest. Denn in einer Übersetzung wurde der Ort der Handlung von London nach Berlin verlegt und auch die Figuren umbenannt. Deshalb würde ich euch die Neuübersetzung empfehlen.


In diesem Sinne: Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal :)


Beste Grüße

David

 

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