• David Werner

"Make Time" von Jake Knapp und John Zeratsky

Aktualisiert: 12. Juli

Viele von uns wünschen sich doch bestimmt weniger Stress. Aber geht das überhaupt? Ja, sagen zumindest Jake Knapp und John Zeratsky in ihrem Buch „Make Time: How to focus on what matters every day“ bzw. „Mehr Zeit: Wie man sich auf das Wichtigste konzentriert“. Dabei geht es gar nicht darum, noch produktiver zu werden, sondern darum, mehr Zeit für Dinge zu haben, die einem wirklich wichtig sind.

Die beiden Autoren haben übrigens bei Google gearbeitet und da die Design-Sprints erfunden.

Mein Name ist David und heute schauen wir uns an, wie die 4-Schritte-Methode aussieht und ich zeige euch, was ich davon für mich umsetzen konnte.


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Buchzusammenfassung auf YouTube anschauen


Zwei große Zeitfresser

Insgesamt gibt es zwei große Zeitfresser:


1. Busy Bandwagen

Wir glauben, immer produktiv sein zu müssen. Dadurch hat man dann immer volle To-do-Listen und Terminkalender.


2. Infinity Pools

Selbst wenn man dann mal frei hat, wird man durch Apps oder anderen Content, der sich ständig aktualisiert, in den Bann gezogen.


Leben auf Autopilot

Diese Werte sind zu unserer Standardeinstellung geworden. Das heißt, wir denken nicht mehr groß darüber nach und setzen uns dann bspw. nach der Arbeit direkt vor den Fernseher, weil man das ja immer so macht.


1 Highlights

Deshalb sollte man sich jeden Tag ein Highlight setzen. Das ist einfach etwas, was einem an diesem Tag am wichtigsten ist und was man auf jeden Fall machen will.


Ein Highlight kann man nach 3 Kriterien auswählen:

  1. Dringlichkeit: Was muss bald fertig werden?

  2. Zufriedenheit: Was kann man machen, wonach man besonders zufrieden sein wird?

  3. Freude: Was macht einem am meisten Spaß?

Ein Highlight kann bspw. sein, dass man mit Freunden kochen möchte, dass man eine bestimmte Aufgabe machen möchte, dass man in die Sauna gehen will oder dass man an seinem Roman weiterschreiben möchte.


Setzt man sich keine Highlights, dann ist es oft so, dass man am Ende des Tages oder nach ein paar Monaten zurückschaut und irgendwie wirkt die Zeit wie verschwommen. Man weiß also gar nicht, was man so alles gemacht hat.

Mit einem Highlight ist das anders. Denn da nimmt man sich ganz bewusst Zeit für Dinge, die einem wichtig sind.


Ich würde jedem von euch raten, das einfach mal auszuprobieren und sich dafür auch ganz bewusst Zeit im Kalender zu blocken. Denn was nicht im Kalender steht, passiert nicht.


2 Laser-Focus

„Distraction-Free Phone“

Eigentlich habe ich immer gedacht, gar nicht so viel Zeit am Handy zu verbringen - bis ich angefangen habe, meine Bildschirmzeit zu messen.


Das Ergebnis war, dass ich mein Handy vor allem für folgende 3 Bereiche benutze:

  1. Expo Go: App-Entwicklung für die Uni. Also gewissermaßen Arbeit.

  2. Social-Media: YouTube, Instagram und TikTok

  3. Kommunikation: WhatsApp, Telegram, Signal, Discord und vor allem Outlook (für Mails & als Kalender)

Hier sagen Jake Knapp und John Zeratsky, dass man alles deinstallieren sollte, was einen ablenkt. Bspw. also sein Mail-Programm, Social-Media-Apps, aber auch seinen Browser.


Wenn euch das zu viel ist, kann man auch komplizierte Passwörter benutzen und sich nach jeder Benutzung ausloggen, um die Hürden zu erhöhen. Auch kann man seine Benachrichtigen deaktivieren.

Persönlich habe ich nicht alles genauso umgesetzt wie die Autoren es vorschlagen, weil ich zum Beispiel teilweise spontan auf Mails reagieren muss und in Outlook auch mein Kalender drin ist. Aber was ich gemacht habe, ist, dass ich meine Social-Media-Apps (wie Instagram und TikTok) deinstalliert habe. Alleine schon das kann einem unglaublich viel mehr Zeit liefern.

Und ich habe mein Handy bereits seit Jahren auf lautlos und das ist wirklich ein Gamechanger, weil man nicht ständig abgelenkt wird. Nur Anrufe kommen bei mir noch durch :)


Was ich auch gemacht habe, ist, dass ich keine Apps mehr auf dem Home Screen habe. Das bedeutet, dass ich jedes Mal nach dem Entsperren zuerst swipen muss, um meine Apps zu sehen. Die Idee: Wenn man sein Handy entsperrt, sieht man nur das Hintergrundbild und fragt sich dann, ob man denn wirklich etwas am Handy machen muss/will oder ob das eigentlich gerade nur Zeitverschwendung ist. Wobei das bei mir aber nicht so gut geklappt hat, weil man es dann doch relativ schnell verinnerlicht, nach dem Entsperren zu swipen.


Zwischenfazit

Fragt euch einfach mal, was euch beim Erreichen euerer Ziele weiterbringt und entscheidet dann, ob euch das nur Zeit klaut oder tatsächlich etwas bringt.



Infinity Pools verbannen

Weniger Nachrichten konsumieren

Um mehr Zeit zu haben und sich darauf konzentrieren zu können, was einem wirklich wichtig ist, sollte man Nachrichten nicht mehr täglich konsumieren, sondern bspw. nur noch einmal pro Woche.


Dazu gehört auch, weniger fern zu sehen. In Deutschland schauen die Menschen durchschnittlich etwa 3 ½ Stunden pro Tag Fernsehen (siehe nachfolgende Statistik).

Man kann das Fernsehen reduzieren, indem man es zu etwas besonderem macht. Außerdem kann man das Wohnzimmer nicht um den Fernseher ausrichten, sondern den Fernseher in die Ecke stellen, damit es nicht mehr ganz so bequem ist.


Wie gut dieser Tipp funktioniert, kann ich euch aber nicht sagen, weil ich im Studentenwohnheim selbst keinen Fernseher habe und meine Fernsehzeit damit bei 0 Stunden liegt. Mein Problem ist da eher YouTube.

Aber wenn man diese "tote" Zeit nutzt, um an seinen Zielen zu arbeiten, kann man bereits große Gewinne erreichen.


Morning Check-In auslassen

Oft ist es ja so, dass man morgens den Wecker auf dem Handy ausmacht und dann sieht, dass neue Nachrichten reingekommen sind. Und schon ist man im Handy gefangen und verbringt viel zu viel Zeit am Handy, bis man dann letztendlich aufsteht.


Was man hier machen kann, ist einen physischen Wecker zu kaufen, wie es auch Niklas Christl in einem Selbstexperiment auf YouTube ausprobiert hat. Sein YouTube-Kanal kann ich euch übrigens nur ans Herz legen.

Was man auch machen kann, ist, dass man sein Handy am Abend in den Flugmodus versetzt, sodass man erst einmal ungestört arbeiten kann, bis man dann irgendwann sein Internet einschaltet.


E-Mail-Verkehr einschränken

Hier kann man anfangen, E-Mails wie Briefe zu behandeln. Sie müssen also nicht sofort beantwortet werden. Bspw. kann man seine Mails nur zweimal pro Tag am PC checken und gesammelt beantworten.

Wie Studien zeigen, wird man dadurch schneller im Beantworten und ist auch weniger gestresst.

Um ehrlich zu sein, tue ich mir damit aber noch etwas schwer. Deshalb mache ich es so, dass ich Mails zwar am Handy lese, sie dann aber am PC gesammelt beantworte. Und auch WhatsApp-Nachrichten oder YouTube-Kommentare beantworte ich gesammelt.

Flow-Zustand erreichen

Hier kann man die Türe schließen und sich Kopfhörer aufsetzen - auch wenn man keine Musik hört. Auch kann man sich selbst Deadlines setzen, um künstlich Druck zu erzeugen. Und es kann sinnvoll sein, erst einmal auf Papier zu starten, bevor man sich an den Rechner setzt.


3 Energize

Der Geist ist nur fit, wenn auch der Körper fit ist. Dazu sollte man sich laut Jake Knapp und John Zeratsky daran orientieren, wie Menschen früher gelebt haben als es noch kein Internet und Co. gab. Sie verweisen hier vor allem auf die Zeit der Höhlenmenschen.

Unser heutiges Leben ist davon aber weit entfernt. So sitzen wir ziemlich viel, kommunizieren über Bildschirme und essen oft keine natürliche Nahrung. Außerdem wird Schlaf eher als notweniges Übel gesehen.


Bewegung

Deshalb sollte man sich viel bewegen. Dazu reicht schon ein leichtes Workout von 20 Minuten. Man kann zum Beispiel spazieren gehen oder zur Arbeit laufen (wenn das möglich ist). Auch kann man öfters die Treppe nehmen und generell eher laufen anstatt zu fahren.


Natürliche Nahrung

Bei der Ernährung sollte man sich wie Jäger und Sammler ernähren. Dazu gehören Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Fisch oder Fleisch. Im allgemeinen also eher unverarbeitete Lebensmittel.


Kaffeekonsum optimieren

Dabei sollte man den letzten Kaffee nicht zu spät trinken. Da die Halbwertszeit von Kaffee bei etwa 5-6 Stunden liegt, wäre es zu spät, die letzte Tasse um 16 Uhr zu trinken, wenn man um 22 Uhr schlafen gehen möchte.

Den letzten Kaffee sollte man also zwischen 13.30 und 14.30 Uhr trinken. Das kann aber natürlich auch von Person zu Person unterschiedlich sein.


Auszeiten nehmen

Das kann zum Beispiel bedeuten, in den Wald zu gehen oder zu meditieren. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man auch wirklich Pausen macht und dabei nicht noch am Handy ist. Stattdessen kann man lieber aus dem Fenster schauen.

Zeit mit anderen Menschen verbringen

Wie Menschen sind soziale Wesen. Wir leben also gesünder, wenn wir uns nicht abkapseln. Das heißt, man sollte darauf achten, genug Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen. Und wenn man mal alleine isst, sollte man dabei nicht noch parallel am Handy sein.


Richtig schlafen

Dabei geht es vor allem um die Schlafqualität und nicht um die Schlafdauer. Um das zu erreichen, sollte man alle Geräte wie Handy, PC, Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannen. Auch kann man mittags mal einen Power Nap einlegen.



4 Reflect

Im letzten Schritt geht's darum, zu schauen welche Taktiken gut funktionieren und welche nicht. Und dann kann man entscheiden, was man weitermachen will und was man in der Zukunft eher weg lässt.

Man schaut also, was man gut in den Alltag integrieren kann und versucht, dass dann auch konsequent umzusetzen. Hierbei ist das Ziel gar nicht es perfekt zu machen oder zu viel auf einmal zu wollen. Schon kleine Verbesserungen können sich auf lange Zeit summieren und für unvorstellbare Ergebnisse sorgen.

 

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