• David Werner

Der 5-Uhr-Club

Egal ob Apple-Chef Tim Cook, MilliardĂ€r Richard Branson oder KampfkĂŒnstler Bruce Lee: Sie alle sind oder waren super erfolgreich und sie alle verbindet eine Sache: FrĂŒh aufstehen.


Aber wird man dadurch tatsĂ€chlich erfolgreicher? Robin Sharma sagt in seinem Buch „The 5 AM Club“ bzw. „Der 5-Uhr-Club“ ganz klar: Ja. Das Motto:

„Own your morning. Elevate your life.“

Also sprich: Gestalte deinen Morgen und in deinem Leben wird alles möglich. Sein Versprechen: Wenn man jeden Tag um 5 Uhr aufsteht, kann man seine TrĂ€ume ĂŒbertreffen, Geschichte schreiben und sein inneres Genie freisetzen.


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Der frĂŒhe Vogel fĂ€ngt den Wurm

Wenn man morgens um 5 Uhr aufsteht, ist man schon mal vor den meisten Menschen wach. Denn die meisten Deutschen stehen an Arbeitstagen zwischen 6 und 8 Uhr auf und an freien Tagen eher spĂ€ter [1]. Damit hat man theoretisch schon mal einen Vorsprung, wenn man frĂŒh

aufsteht.


Der große Vorteil also: Man hat seine Ruhe, wird von niemandem abgelenkt und kann an den Dingen arbeiten, die einem wirklich wichtig sind.

Wenn man also jeden Tag um 5 Uhr aufsteht, kann man sich von der MittelmĂ€ĂŸigkeit lösen und außergewöhnlich werden. Dazu muss das alte schwache „Ich“ sterben, um Platz fĂŒr das neue starke „Ich“ zu schaffen.


Die Morgenroutine

Die Morgenroutine von Robin Sharma besteht aus der 20/20/20 Formel, die man aber natĂŒrlich auch fĂŒr sich anpassen kann:


5.00 Uhr bis 5.20 Uhr: MOVE

Direkt aufstehen, wenn der Wecker klingelt und 20 Minuten Sport treiben


5.20 Uhr bis 5.40 Uhr: REFLECT

Meditieren oder Tagebuch schreiben, beten, reflektieren, planen, nachdenken


5.40 Uhr bis 6.00 Uhr: GROW

BĂŒcher lesen, lernen oder seine Ziele ĂŒberprĂŒfen


Die Abendroutine

Um aber ĂŒberhaupt um 5 Uhr aufstehen zu können, braucht man die richtige Abendroutine. Und die sieht folgendermaßen aus:


19 Uhr - 20 Uhr

Die letzte Mahlzeit des Tages einnehmen. Technische GerĂ€te ausschalten und sich von Überreizen isolieren.


20 Uhr - 21 Uhr

GesprĂ€che mit Menschen fĂŒhren, die man mag. Meditieren, lesen oder ein Bad nehmen.


ab 21 Uhr

Auf den Schlaf vorbereiten, sein Zimmer von allen technischen GerĂ€ten befreien und die Sportklamotten fĂŒr den Morgen bereitlegen.


Der perfekte Tag

Der perfekte Tag sieht dann so aus, dass man zwischen 5 und 6 Uhr seine Morgenroutine macht, dann verbringt man Zeit mit der Familie, arbeitet am Vormittag auf Spitzenleistung, um dann am Nachmittag eher einfachere Arbeiten machen zu können. Dann sollte man sich aber auch regenerieren und seine Abendroutine machen.

In der ersten Stunde am Morgen und in den letzten Stunden am Abend benutzt man ĂŒbrigens keine technischen GerĂ€te.

Vier innere Bereiche

Die Idee der Morgenroutine: Bevor die Sonne aufgeht, sollte man die vier innere Bereiche trainieren:

  1. Mindset: Denkweise

  2. Heartset: emotionales Leben

  3. Soulset: Verbindung zu seinem Inneren

  4. Healthset: Gesundheit

Diese Bereiche spielen alle ineinander. Es reicht also nicht, nur das Mindset zu verÀndern, wenn das emotionale Leben gleich bleibt.


Zum Meister werden

Angeborenes Talent ist dabei nicht so wichtig, wie das, was man durch harte Arbeit und Hingabe erreichen kann. Viele Menschen arbeiten nicht an ihren Talenten, weil sie denken, dass sie sowieso nicht das Zeug dazu haben. Und diese falsche Einstellung bewahrheitet sich dann natĂŒrlich auch.


Man darf sich allerdings auch nicht ablenken lassen. Wenn man sich ablenken lĂ€sst, heißt das, dass man Angst davor hat, das Beste aus sich herauszuholen. Da Teilzeit-Engagement zu Teilzeit-Ergebnissen fĂŒhrt, sollte man sich seinen Zielen am besten Vollzeit verschreiben. Denn um in etwas ein Meister zu werden, braucht man mindestens 10.000 Stunden Praxis.


Dabei ist das, was man jeden Tag macht, wichtiger als das, was man ab und zu macht. Und selbst eine 1%ige Verbesserung gegenĂŒber des Vortags sorgt auf lange Sicht gesehen fĂŒr mehr Erfolg.


Das Selbstexperiment

Aber funktioniert das auch? Genau das habe ich eine Woche lang ausprobiert. Laut Robin Sharma sollte man es aber mindestens 66 Tage machen, damit sich das Ganze als Gewohnheit aufbaut.


GrundsÀtzlich habe ich auf jeden Fall gemerkt, dass man gerade in den Morgenstunden oft schon ziemlich viel geschafft bekommt. Man ist unheimlich produktiv und startet viel entspannter in den Tag, weil man nicht aus dem Bett fÀllt und direkt zur Uni hetzen muss.


Aber bereits am zweiten Tag habe ich ein großes Problem festgestellt: NĂ€mlich, dass das Ganze ziemlich schwierig mit einem sozialen Leben zu vereinbaren ist und deshalb musste ich den Wecker dann doch auf eine spĂ€tere Uhrzeit einstellen.


Und genau dieses Problem hatte ich noch an anderen Tagen. Denn wenn man mal so drĂŒber nachdenkt, passieren viele soziale AktivitĂ€ten am Abend und wenn man gerade unterwegs ist und eine gute Zeit hat, will man sich jetzt auch nicht schon um 9 Uhr ausklinken, um schlafen zu gehen.


Das schwierige ist also nicht das frĂŒhe Aufstehen, sondern das frĂŒhe Schlafengehen.

Die Frage, die ich mir noch gestellt habe, ist, ob das tatsĂ€chlich ein Framework ist, das tatsĂ€chlich auf jeden anwendbar ist. Denn eigentlich gibt es in der Wissenschaft ja verschiedene Schlaftypen wie Eulen oder Lerchen. Und andere wie Sebastian Sylvester in seinem Buch „Biohacking fĂŒr Unternehmer“ teilen es sogar in vier Typen auf.


Ich möchte das Ganze aber auf jeden Fall noch etwas lÀnger machen und kann auch jedem von euch nur raten, es mal auszuprobieren, um herauszufinden, ob das Ganze zu euch und eurem Lebensstil passt.


 

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/801630/umfrage/durchschnittliche-aufstehzeit-in-deutschland (Zuletzt aufgerufen am 28.05.2022)



 

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