• David Werner

12 Rules for Life | Jordan Peterson | Zusammenfassung

Aktualisiert: 16. März

Wie kann man in einer chaotischen Welt leben, in der das Leiden in das Sein eingebaut ist? Dazu brauchen wir laut Jordan Peterson Ordnung und Struktur. Und die liefert er mit seinem Buch „12 Rules for Life“. Mein Name ist David und heute möchten wir uns anschauen, wie diese metaphorisch gemeinten Regeln aussehen und wie wir damit unser Leben verbessern und unserem Leben Sinn geben können.

 

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Regel 1: Stehe aufrecht und mache die Schultern breit

Bei vielen Tieren spielt die sog. Dominanzhierarchie eine wichtige Rolle. Bei uns Menschen wäre das die Kompetenzhierarchie. Diese Hierarchie, die man bei Hühnern als Hackordnung bezeichnet, gibt es laut Peterson schon seit über 350 Millionen Jahren. Die Tatsache, dass dieses Merkmal durch die natürliche Selektion nicht ausgerottet wurde, zeigt uns, dass Dominanzhierarchien wohl sehr nützlich sind. Diejenigen, die dabei an der Spitze stehen, haben bessere Überlebens- und Fortpflanzungschancen als die, die ganz unten auf der Hierarchieebene stehen.


Interessant ist dabei auch, dass sich unser Hormonhaushalt an die Position in der Hierarchie anpasst. Nach dem Kampf zweier Hummer wird beispielsweise beim Gewinner verstärkt Serotonin ausgeschüttet. Beim Verlierer wird dahingegen die Produktion dieses Hormons verringert, was sich dann auch in der Körpersprache zeigt und damit auch von außen sichtbar ist. So werden Verlierer als Verlierer behandelt und Gewinner als Gewinner, was eine Feedbackschleife erzeugt.


Und genau so ist es laut Peterson auch bei uns Menschen: Lassen wir den Kopf und die Schultern hängen, zeigen wir unseren Mitmenschen dass wir eine niedrigerer Position in der Hierarchie haben und werden damit auch dementsprechend behandelt. Zu einer positiven Veränderung trägt dabei nicht nur bei, dass man seine unsere Körpersprache ändert, indem man aufrecht steht und die Schultern breit macht, sondern man sollte auch feste Routinen haben, wie bspw. dass man morgens immer zur gleichen Zeit aufsteht und danach frühstückt.


Regel 2: Behandle dich wie jemanden, für dessen Hilfe du verantwortlich bist

Oft behandeln wir unsere Mitmenschen oder Haustiere besser als uns selbst. Denn viele sehen in sich selbst nur die Fehler und Makel und denken deshalb, dass sie einen bessere Behandlung gar nicht verdient hätten.


Es ist aber wichtig, sich selbst zu lieben und zu respektieren. Denn wenn wir zulassen, dass wir uns selbst aufopfern und misshandeln, kann das auch gravierende Auswirkungen auf unsere Mitmenschen haben. Laut Peterson sind wir sogar moralisch dazu verpflichtet, uns gut um uns selbst zu sorgen.


Regel 3: Freunde dich mit Menschen an, die es gut mit dir meinen

Manchmal freunden wir uns mit Menschen an, weil wir ihnen helfen wollen sich aus ihren jetzigen Umständen zu befreien. Häufig deshalb, weil wir denken, dass diese Menschen Opfer des Lebens sind und deshalb Hilfe brauchen. Oft ist es aber so, dass diese Menschen selbstverschuldet in diese Situation geraten sind und gar keine Hilfe wollen. Und es passiert eher, dass diese Person, die wir eigentlich nur retten wollen, uns auch runterzieht. Deshalb sollte man vorher herausfinden, warum diese Person in Schwierigkeiten steckt. Und oft ist der Grund relativ einfach: Diese Personen haben sich meistens dazu entschlossen, den einfachen Weg zu gehen, bei dem sie nichts tun müssen und lieber mit Alkohol oder Drogen die Sinne vernebeln können.


Laut Peterson sind wir aber keinesfalls dazu verpflichtet, diese Menschen zu unterstützen. Lieber sollte man sich Freunde suchen, die es gut mit einem meinen und wollen dass die Dinge besser werden. Um herauszufinden ob man mit jemanden überhaupt befreundet sein sollte, gibt es eine relativ einfache Regel: Würde man diese Freundschaft jemandem aus der eigenen Familie empfehlen?


Regel 4: Vergleiche dich mit dem, der du gestern warst – nicht mit irgendwem von heute

Früher als wir noch ohne Internet und Co. in kleineren Gruppen zusammengelebt haben, war es noch relativ einfach in etwas besonders gut zu sein – einfach deshalb weil es kaum Konkurrenz gab.

Heute sieht das etwas anders aus: Denn Großstädte und natürlich auch die Vernetzung durch das Internet tragen dazu bei, dass man eigentlich immer jemanden finden wird, der besser ist als man selbst. Deshalb sollte man sich klar machen, dass man das Spiel so nicht gewinnen kann.


Ohne Standards und Vergleiche wäre aber auch alles sinnlos. Allerdings ist es nicht sinnvoll, sich ständig mit anderen Menschen zu vergleichen, weil jeder von uns jeden Tag eine verschiedene Kombination von Spielen spielt.

Um zu verhindern, dass man das unterschätzt was man bereits hat und das überschätzt was man noch nicht hat, sollte man seine eigenen Wertmaßstäbe aufstellen. Dazu brauchen wir erst einmal eine Bestandsaufnahme. Dazu kann es helfen, sich selbst als Fremder zu betrachten und sich selbst kennenzulernen. Wie bei einem Renovierung sollte man sich die folgenden Fragen stellen, bevor man eine Sache angeht:

  1. Was ist kaputt?

  2. Ist das ein Problem?

  3. Können wir es reparieren?

  4. Sind wir auch bereit dazu es zu tun?


Regel 5: Lasse nicht zu, dass deine Kinder etwas tun, was sie dir unsympathisch macht

Es sind die alltäglichen Dinge, die unser Leben am meisten beeinflussen. In dem Glauben, dass Grenzen und Zwang für Kinder schädlich seien, lassen viele Menschen ihre Kinder mehr oder weniger einfach machen was sie wollen. Dieses Verhalten ist laut Peterson inakzeptabel – denn wir Menschen kommen mit der Neigung zu Gewalt auf die Welt. Deshalb müssen Eltern ihre Kinder sozialisieren, disziplinieren und erziehen.


Klingt zwar im ersten Moment vielleicht etwas hart, aber laut Peterson gibt es gar keine Alternative. Hat ein Kind mit vier Jahren noch nicht die wichtigsten Verhaltensweisen gelernt, führt das zu einem Teufelskreis: Das Kind findet keinen Anschluss bei Gleichaltrigen, was wiederum zu Einsamkeit, Angstzuständen, Depression und Hass führt.


Wenn man seine Kinder nicht richtig erzieht, dann wird es laut Peterson die Welt übernehmen. Richtige Erziehung gehe dabei prinzipiell entweder durch Belohnung, womit man einem Kind eigentlich alles beibringen kann. Aber man sollte auch nicht vor Bestrafung zurückschrecken, um dem Kind schlechtes Verhalten abzugewöhnen.


Dabei ist es auch wichtig zu erkennen, ob einem weinendes Kind tatsächlich etwas fehlt oder das Kind nur weint, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Diese Machtspielchen sollte man nicht durchgehen lassen, indem man klar die Grenzen festlegt. Werden diese überschritten, folgt eine sofortige Bestrafung.


Regel 6: Bringe dein eigenes Haus in Ordnung, bevor du die Welt kritisierst

Wir müssen im Leben zwei Wahrheiten akzeptieren: Erstens geht es im Leben nicht ohne Rückschläge und Niederlagen und zweitens sind wir für unsere Situation zumindest meistens zum Großteil selbst verantwortlich. Wir sollten also erkennen, dass wir unser Schicksal selbst beeinflussen können und zuerst bei uns selbst starten, bevor wir anfangen andere Menschen zu verändern. Anfangen kann man beispielsweise damit, dass man aufhört Dinge zu tun, von denen man ganz genau weiß, dass man sie nicht tun sollte.

 

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Regel 7: Strebe nach dem, was sinnvoll ist (nicht dem, was vorteilhaft ist)

Laut Peterson ist das Leben Leiden. Natürlich kann man das Leiden reduzieren, indem man nur im Hier und Jetzt lebt und sich seinen Trieben hingibt – Zweckmäßigkeit also.


Es gibt aber auch noch einen anderen Weg: Nämlich dass wir jetzt auf eine Belohnung verzichten, um in der Zukunft etwas noch besseres zu bekommen. Auch wenn wir dieses Handeln erst seit kurzem erklären können, ist es keinesfalls neu, denn bereits unsere Vorfahren haben beispielsweise durch Opfergaben an eine bessere Zukunft geglaubt.


Eine andere Form von Belohnungsaufschub wäre mit anderen Menschen zu teilen, statt alles für sich selbst zu behalten. Das ist natürlich nur sinnvoll, wenn man davon ausgehen kann, dass man die Belohnung in der Zukunft auch bekommt, sodass eine organisierte Gesellschaft entstand.


Weil wir selbst nicht auf unsere eigenen Befehle hören können, brauchen wir Werte, die uns als Entscheidungshilfe dienen. Wenn wir mit einer guten Wertestruktur in die Welt gehen, entsteht Sinn. Dazu sagt Peterson:

„To have meaning in your life is better than to have what you want, because you may neither know what you want, nor what you truly need” (Peterson, 2019, S. 200)

Deshalb also nach Sinn und nicht nach Zweckmäßigkeit streben.


Regel 8: Sage die Wahrheit – oder zumindest lüge nicht

Dazu gehört vor allem auch, dass wir ehrlich zu uns selbst sind. Denn oft weigert man sich, von einem bereits eingeschlagenen Kurs wieder wegzukommen – auch wenn man weiß, dass man es eigentlich tun müsste. Wir werden in unserem Leben den Kurs aber häufig korrigieren müssen. Deshalb ist es auch eine falsche Annahme zu denken, dass man bereits alles weiß.


Laut Siegmund Freund sollen unterdrückte Wahrheiten maßgeblich zur Entstehung von psychischen Krankheiten beitragen. Und der österreichische Neurologe Viktor Frankl ging sogar noch einen Schritt weiter: Laut ihm verderbe Unwahrheit die Seele und den Staat und führe zum Totalitarismus.


Wir sollten erkennen, dass wir der Wahrheit nicht entkommen können. Deshalb sollte unser übergeordnetes Ziel sein, in Wahrheit zu leben, indem wir immer breit sind uns zu ändern und Neues zu lernen.


Regel 9: Gehe davon aus, dass die Person mit der du sprichst, etwas weiß, was du nicht weißt

Laut Peterson denken die meisten Menschen nicht wirklich, obwohl sie denken, dass sie denken. Oft ist es aber nur der innere Kritiker, dem wir zuhören.


Wahres Denken erfordere, dass man in seinem Kopf mindestens zwei Personen gleichzeitig ist, die einen offenen Dialog führen und sich auch widersprechen dürfen. Weil die meisten Menschen nicht so denken können, brauchen wir eine andere Person mit der wir darüber sprechen können und die uns zuhört.

Indem wir anderen Menschen zuhören, können wir außerdem neue Dinge lernen und müssen ihre Fehler nicht selbst machen. Wenn wir nicht selbst denken können und uns niemand zuhört, verlieren wir den Verstand – so Peterson.


Regel 10: Sei präzise in deiner Ausdrucksweise

Häufig sind wir deshalb mit Problemen überfordert, weil wir die Dinge nicht auf den Punkt bringen und dann auch noch versuchen alles unter den Teppich zu kehren. Peterson vergleicht das mit einem Drachen, der zuerst klein und ungefährlich ist aber immer weiter wächst solange wir ihn ignorieren – um dann irgendwann von ihm verschlungen zu werden.

Wir sollten uns also der Angst stellen und unsere Mitmenschen mit höchster Präzision auf diesen Drachen aufmerksam machen, denn sie können ja nicht erahnen was wir von ihnen erwarten.

Je präziser wir und in allen unseren Lebensbereichen ausdrücken, umso einfacher wird das Leben.


Regel 11: Störe Kinder nicht beim Skateboarden

Das Problem ist laut Peterson, dass heutzutage viele Eltern versuchen ihre Kinder vor allen möglichen Gefahren zu schützen. So dürfen die Kinder metaphorisch gesprochen nicht mehr Skateboard fahren, denn das sei ja viel zu gefährlich. Laut Peterson sei es aber noch gefährlicher, zu versuchen die Kinder vor allem zu schützen. Denn dadurch können sie sich nicht auf das richtige Leben vorbereiten. Man muss sich also abhärten, indem man sich immer wieder realen Gefahren aussetzt.


Wir Menschen streben auch gar nicht nach einem Minimum an Risiko, sondern nach einem Optimum. Macht man auf einem Spielplatz bspw. alles zu sicher, dann suchen die Kinder nach anderen und risikoreicheren Möglichkeiten, um die Geräte zu verwenden.

Gibt man Kindern nicht die Möglichkeit sich abzuhärten, dann kann das laut Peterson zu Verbitterung oder sogar Hass auf die Gesellschaft enden.


Regel 12: Streichle eine Katze, wenn sie dir auf der Straße begegnet

In unserem Leben werden wir immer wieder Leid erfahren – laut Peterson bedeutet das Leben Leiden. Dabei schaffen wir Menschen immer wieder scheinbar Unmögliches zu überwinden – solange wir noch einen Hoffnungsschimmer sehen. Regel 12 steht metaphorisch für die kleinen Dinge im Leben, die unser Leben lebenswert machen und dafür sorgen, dass wir es schaffen immer weiterzumachen – auch wenn es bei einem gerade nicht so gut läuft.


Fazit

Kommen wir jetzt noch zu meinem persönlichen Fazit: Wie ihr seht liefert Jordan Peterson einige hilfreiche Regeln wie jeder sein Leben verbessern kann. Diese Regeln sind jetzt natürlich nicht unbedingt etwas neues, denn vieles davon wird zum Beispiel ja schon in der Bibel gelehrt. Aber man bekommt hier einen Blick in die Psychologie und Mythologie hinter den Regeln.

Allerdings ist die englische Originalausgabe zugegebenermaßen nicht ganz einfach zu lesen und selbst die deutsche Neuauflage soll ziemlich fehlerhaft sein. Ihr müsst also selbst entscheiden was euch lieber ist.


Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal :)

Beste Grüße

David

 

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